ProjekteProjekt Kalucza

Als Art of Photograph unterstütze ich Stefan Kalucza, in seinen Kunstprojekten. Stephan Kalucza teilt mir Aktuelles über seine Projekte mit, offenbart mir seine visuellen Ideen und spricht Abläufe und Aufbauten mit mir durch. Meine Aufgabe besteht darin, dass Drehbuch und die Aufbauten durch Licht und Lichtakzente künstlerisch in Szene zu setzen. Hier einige Ausschnitte aus Projekten, die wir bereits miteinander realisiert haben. Die folgenden Inhaltsbeschreibungen stammen von Stefan Kaluza.

Rheinfahrt (complexe 7)
Stephan Kaluza   |  Luegalllee 37  |  D-40545 Düsseldorf  |   www.stephan-kaluza.de
ausgestellt in der Galerie Felix Ringel, Düsseldorf, 2008



Das Bildstück basiert auf dem Gedanken, die Handlung in einzelne Zeitabschnitte, markiert durch transparente Plexiglasscheiben („Zonen“), zu unterteilen, um somit eine gesamte Parallel-Handlung zeigen zu können. – Das Stück beginnt im hinteren Bereich der Bühne; nachdem die 1. Szene erfolgte, wird in der gesamten Breite der Bühne eine Plexiglasscheibe platziert. Die 2. Szene erfolgt nun vor dieser Scheibe und der sich weiterhin wiederholenden ersten Szene. Ebenso wird mit der zweiten Szene verfahren, im weiteren Verlauf dann mit allen folgenden Szenen. Auf diese Weise spielt sich das Stück nach und nach dem Bühnenvordergrund entgegen.
Das Bildstück basiert auf dem Roman „Rheinfahrt“ von Stephan Kaluza. – durch den Unfalltod seiner Tochter verliert der Protagonist A. „den Boden unter den Füßen“ und tritt eine alptraumhafte, nicht endende Zugreise an. In diesem Sinne versteht sich die wiederholende Gleichzeitigkeit aller Szenen; - der Protagonist durchlebt eine Innenschau, indem er versucht, seinen Schmerz zu bewältigen. Während er physisch am Geschehen um ihn herum nahezu unbeteiligt im Zugsessel sitzt, vermengen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in osmotischer, für den Protagonisten nicht mehr trennbarer Form.

„Zwischenspiel“ (complexe 10)
ausgestellt in der Galerie Felix Ringel, Düsseldorf, 2008

Der Mensch agiert als „Zwischenspiel“ im Rahmen der Natur. Diese entschwindet im nihilistischen Weiß-Raum. Die anschließende Bemühung, dieselbe wieder zurückzugewinnen, gerät zu einer Sysiphos-Arbeit mit ironischem Touch; - die anfänglich rein weiß gefärbte Figur erhält je nach ihrer Bemühung ein Symbol für Schmerz, Verzweiflung, Sehnsucht, Hoffnung, Angst, Liebe, Haß und Wehmut auf den Körper gemalt. Mit zunehmender Erfahrungsvielfalt und diesen derart sichtbaren „Prägungen“ wird es dem Menschen mehr und mehr unmöglicher, „zurück zur Natur“ zu gelangen. Der Bildstreifen basiert auf einer formalen Mittelachse. Das menschliche „Zwischenspiel“ findet in der Mitte zwischen einem sich horizontal spiegelnden Naturbild statt.

„Zwischenspiel“ (complexe 14)




Die Arbeit besteht aus zwei übereinander montierten, gleich langen Bildstreifen. Bis zur Mitte der Streifen verlaufen beide Handlungen gleich, dann ändert sich im unteren Streifen das Geschehen, am Schluß verläuft die Handlung wieder parallel.
Die Szenerie ist simpel, - ein Paar schaut fern, sie schläft ein, sein Telefon klingelt, er telefoniert kurz, um dann, nach einigem Zögern, ebenfalls einzuschlafen. Im unteren Streifen hingegen schläft er an dieser Stelle nicht ein, er steht auf, geht durch ein imaginäres Haus hinaus ins Freie, wo er seine (offensichtliche) Geliebte trifft. Es entbrennt ein Streit, sie „verwandelt“ sich in ein monströses Wesen, welches ihm ein totes Kind vor die Füße wirft; daraufhin geht er wieder zurück und schläft nach einiger Zeit ein. Durch das veränderte (u.a. auch körperliche) Agieren des Darstellers im unteren Streifen wird der ansonsten sehr statische Verlauf der Handlung (Paar vor Fernseher) gestört. Diese inszenierte Störung findet ihre Entsprechung im skurrilen Inhalt der Geschichte; - einerseits wird die Gemeinschaft des Paares durch sein Weggehen gestört, andererseits versteht sich sein Erleben im unteren Streifen als irreal (Störung des Realen), der untere Streifen kann also auch als eine reine „Möglichkeitsform“ (Wunschdenken, Einbildung, Traum) verstanden werden.